Kategorie: Eduardus-Krankenhaus Pressemitteilungen
Katastrophen-Übung im Eduardus-Krankenhaus
Mit vielen Schwer- und Leichtverletzen hat das neue „EURAMET-Team” unter der Leitung der Johanniter in Köln am Samstag, dem 19. November seinen Einsatz in einem Katastrophengebiet geprobt. Die Zusammenarbeit und die Arbeitsabläufe einer Evakuierung aus einem Erdbebengebiet wurden am Beispiel Haiti simuliert.
Die Übung fand in einer stillgelegten Station des Eduardus-Krankenhauses statt. (Beteiligt waren außerdem noch der Flughafen Köln/Bonn und der Regionalverband der Johanniter in Köln.)
Die Regieanweisungen der Übung für das Eduardus-Krankenhaus lautete:
„Ihr seid ein halb zerstörtes Krankenhaus in Port-au-Prince. In eurem Krankenhaus befinden sich Bürger europäischer Nationen. Diese sollen, wenn möglich, in ihre Heimatländer ausgeflogen werden!”
Prof. Dr. Axel Jubel, im „wirklichen Leben” Chefarzt der Klinik für Unfall- und Wiederherstellungschirurgie, und seine Assistenten Samer Twair und Dr. med. Yousef Adam, waren als behandelnde Ärzte in dem fiktiven Krankenhaus eingesetzt. Alle drei hatten die Aufgabe, als übernächtigte und schlecht deutsch sprechende Ärzte zu entscheiden, welche Patienten flugfähig seien und welche nicht. Dabei sollten die Ärzte auch finanzielle Aspekte bei ihren Entscheidungen durchblicken lassen – die Behandlung europäischer Patienten bringt nämlich Geld. Sowohl die Ärzte als auch Opfer spielten ihre Rollen so perfekt, dass sowohl die Beobachter als auch alle „Schauspieler” sehr viel Spaß an der Übung hatten.
Die Pflegedienstleitung, Frau Petrich, ihr Stellvertreter Ansgar Trischler und die Stationsleitung der Intensivstation, Nicola Pageler, halfen tatkräftig und überzeugend dabei mit, den Gesamteindruck pflegerischer Bedingungen in Katastrophengebieten darzustellen. Auch sie sollten – übernächtigt und kaum Deutsch sprechend – die Patienten versorgen.
Die Übung war der Abschluss des zweijährigen EU-Projekts EURAMET, in dem ein multinationales medizinisches Flugevakuierungsteam (European Aerial Medical Evacuation Team) aufgebaut wurde. Das Evakuierungsteam sollte innerhalb von anderthalb Tagen eine Evakuierung aus einem 7600 km entfernten Katastrophengebiet unter realistischen Bedingungen üben”, erklärt Harm Bastian Harms, Projektleiter der Johanniter. Angefangen bei der Ankunft in der entsprechenden Katastrophenregion, über die Auswahl der transportfähigen Patienten im Feld-/ Krankenhaus, Treffen mit Botschaften, Beladen des Flugzeugs bis hin zum Evakuierungsflug und zur Übergabe der Patienten an Ambulanzdienste in Europa.
Während der EURAMET-Abschlussübung arbeiteten der Flughafen Köln-Bonn, die WDL Aviation GmbH & Co. KG, die Johanniter, das Technische Hilfswerk, die DLRG und das Eduardus-Krankenhaus Köln zusammen, um realistische Übungsbedingungen zu schaffen.
Neben den 22 Teilnehmern und insgesamt ca. 90 Unterstützern (Rollenspieler, Beobachter etc.) waren auch internationale Trainer und Evaluatoren, Vertreter der EU-Kommission und befreundeter Organisationen vor Ort.





